Peter Szarafinski gewinnt Lokaljournalistenpreis

27.10.2005

Den Konrad-Adenauer Lokaljournalistenpreis 2005 hat Peter Szarafinski, Diplomabschluss 2002, für seine Serie „Heimliche Experten“ erhalten. In zwölf Artikeln im „Westallgäuer“ ließ er während der Olympischen Sommerspiele 2004 Menschen aus Westallgäu auf pfiffige Weise zu Wort kommen. Mit Begriffen wie „Glück“, „Ausdauer“ oder „Geschwindigkeit“ – allesamt zu den Olympischen Spielen passend – suchte er das Gespräch zu u.a. einer 87-jährigen Bergsteigerin (Ausdauer) oder einem Kehrmaschinenfahrer (Geschwindigkeit). In der Begründung für die Auszeichnung hob die Jury Szarafinskis Fähigkeit heraus, stets die richtigen, teilweise frechen, Fragen zu stellen.

Der KAS-Lokaljournalistenpreis wurde seit 1980 an 197 Journalisten und Redaktionen verliehen.


Der einzig ernstzunehmende Humorologe

27.11.2004

Dieser ist Artikel zum 60. Geburtstag von Professor Walter Hömberg im Eichstätter Kurier erschienen.

Eichstätt (tst). Solch ein Geburtstag, sagte der Jubilar, sei eine ambivalente Sache, mit 60 komme man schon ein wenig ins Grübeln. Plötzlich meldeten sich Gratulanten wie der Optikermeister Müller und das Feng-Shui-Hotel Erding, in dem man irgendwann einmal, als vorne noch nicht die sechs stand, für eine Nacht abgestiegen war. Dazu gebe es dann eine Reihe von Geburtstagsreden – jene Ansprachen also, die manchmal nichts anderes seien als Vorübungen zu Nachrufen.

Im August ist Walter Hömberg, seit 1988 Professor für Journalistik an der Katholischen Universität, 60 Jahre alt geworden. Üblicherweise schenken Fachkollegen zu diesem Anlass einen Wälzer mit Aufsätzen, den sie Festschrift nennen und zu Ehren des Jubilars zusammenstellen. Hömberg aber ehrten Kollegen, Freunde und langjährige Wegbegleiter am Freitag mit einer hochkarätig besetzten Tagung, zu der sie aus der ganzen Republik, aus Österreich und der Schweiz nach Eichstätt gekommen waren. Es ging um Humor in den Medien, eines der bevorzugten Forschungsgebiete Hömbergs – dröge Geburtstagsreden verboten sich daher von selbst. Statt dessen gab es Ironisches, Anekdotisches, und, natürlich, Humorvolles.

„Frohe Forschung“ lautete dann auch der Veranstaltungstitel, und die zwei Dutzend Referenten aus Wissenschaft und Medienpraxis hielten sich an diese Vorgabe. Sie referierten über das Bild des Professors in der Kinderliteratur, die politische Karikatur in den USA oder die – stets unterschätzte – Bedeutung des Freitags in der Kommunikationswissenschaft. Roger Blum von der Universität Bern erläuterte, wie Schweizer Journalisten ihre Texte mit Wortschleiern wie Paolenspiegel, Bundesbüchlein und Armleutsäckelmeister tarnen, um ausländische Kaufinteressenten für ihre Publikationen abzuschrecken. Der Wiener Professor Wolfgang Langenbucher zitierte „Material aus der Folterkammer eines Zeitschriftenherausgebers“, nämlich Musterbeispiele unfreiwilligen Humors manch eines wissenschaftlichen Sprachartisten. Und Ludwig Maaßen, Ausbildungschef des Bayerischen Rundfunks, gab in seiner Anleitung zum Unglücklichsein wertvolle Tipps, wie sich angehende Journalisten am geschicktesten bewerben, um nicht genommen zu werden.

Zu Ehren Hömbergs rückten an diesem Tag Themen ins Zentrum, die sonst eher unberücksichtigt am Rande des Wissenschaftsspektrums stehen. Marginalistik nennt sich diese Disziplin, die sich auf humoristisch-satirische Weise Randphänomenen der Forschung nähert und zu deren Gründervätern der Jubilar gehört. Walter Hömberg, so Eckart Klaus Roloff, Redakteur der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“, sei ein Marginalist von Rang, der einzig ernstzunehmende „Humorologe“. Der Geehrte freute sich indessen über das „wunderbare 3sat-Programm“ der humorigen Geburtstagstagung, das Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Eichstätt vereint habe. Und vielleicht wird aus den Redebeiträgen im Nachhinein ja doch noch eine Festschrift.

 


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