Virtueller KU-Alumni-Tag zum 40-jährigen Bestehen der KU

15.08.2020

Von Miriam Leunissen und Iris Volk

 

Sommerresidenz

 

Eigentlich hätte das 40-jährige Bestehen der KU Eichstätt-Ingolstadt ja Mitte Juli mit einer großen Feier in Hochschule und Hofgarten begangen werden sollen. Dort wäre dann auch das neue KU-Alumni-Netzwerk vorgestellt worden. Für dessen Aufbau ist u.a. eigens ein Mitarbeiter als Stabsstelle in der Zentralverwaltung eingestellt worden. Eingebunden werden sollten ins Programm auch die bestehenden Absolvent*innenvereine, darunter unser AEJ. Durch Corona kam alles anders – am 18. Juli lud das Alumni-Team der Hochschule ersatzweise zum „virtuellen Alumni-Tag“ auf Zoom ein. Die bestehenden Absolvent*innenvereine, darunter wir, erhielten Zoom-Räume für eigene Treffen am späten Nachmittag.

 

AEJ-Meeting

Zunächst zu unserem AEJ Zoom-Meeting: Zwar waren wir nur eine kleine Gruppe, darunter unser Vorsitzender Engelbert Hopf und Vorstandsmitglied Iris Volk, nutzten die Zeit aber intensiv für eine Diskussion zu unserer möglichen Zusammenarbeit mit dem Gesamthochschul-Alumninetzwerk, sowie zum Brainstorming für kommende, – hoffentlich bald wieder präsenzbasiertere – Veranstaltungen.

Corona wird uns dabei weiter vor Herausforderungen stellen. Während einigen das persönliche Treffen – mit Abstand, aber immerhin – besonders wichtig ist, möchten andere möglichst gar kein Risiko eingehen und lieber in virtuelle Räume ausweichen. Als Kompromiss steht deshalb jetzt die Überlegung einer Hybridveranstaltung im Raum. Die Infrastruktur dafür wäre an der KU vorhanden.

Außerdem diskutierten wir mit unserem Mitglied Prof. Klaus Meier vom Lehrstuhl für Journalistik I die Frage, ob es nun gut oder schlecht sei, dass der Eichstätter Journalistik Studiengang sich weiterhin ganz auf den „Journalismus“ jenseits von Contenttrends und anderen redaktionellen Disziplinen konzentriert. Der Trend ging im Sinne der Erhaltung eines klaren USP zu einer positiven Bewertung – vorausgesetzt Social Media, neue Online-Darstellungsformen etc. werden im von Journalist*innen immer crossmedialer zu bespielenden Rahmen dennoch eingesetzt und gelehrt. Grundgedanke war, dass die journalistischen Grundtugenden und -skills von der Recherche über das rechtliche Wissen bis zur Darstellung auf allen denkbaren Kanälen weiterhin wichtige Grundvoraussetzungen für eine funktionierende, professionelle Berichterstattung in unserer Medienlandschaft bleiben müssen.

 

Alumninetzwerk der Hochschule: Vieles offen

Bezüglich des Alumninetzwerks der Hochschule (https://www.ku.de/unileben/alumni-und-fundraising) lässt sich noch nicht viel Abschließendes sagen. Stand derzeit ist: Darum kümmern wird sich das neu etablierte zentrale Alumni-Managementteam der Hochschule. Es soll kein Verein werden, sondern ein loses „Netzwerk“ bleiben. Dieses würde die Hochschule gerne nutzen, um Absolvent*innen über Veranstaltungen weiterhin an sich zu binden und um Werbung für die Hochschule zu machen. Das Management-Team plant Feste, Weiterbildungsmöglichkeiten und ein zentrales Jobbörsen- und Mentorenprogramm. Der Hashtag dazu: #KUalumni. Der Alumni-Begriff soll nicht allzu eng gefasst werden. Voraussetzung ist, einige Zeit an der KU in Eichstätt oder Ingolstadt immatrikuliert gewesen zu sein.

Im Brainstorming mit den einigen Dutzend Interessent*innen, die dieser ersten Online-Einladung gefolgt sind, ergaben sich dann einige Ideen, wie die Vernetzung realisiert werden könnte. Im Raum stehen: LinkedIn Gruppe schaffen, Newsletter erstellen und insbesondere – Learning aus Corona-Zeiten und Remote-Teams – zentrale Vorträge an der Hochschule evtl. zukünftig auch den Absolvent*innen hybrid – mit Online-Teilnahmemöglichkeit – anbieten.

 

KU in Corona-Zeiten

Außerdem wurden am Alumnitag einige Vorträge gehalten, es wurde gezeigt, was sich auf dem Campus verändert hat, es gab hübsche Bilder vom Campus, die wieder ernsthaft Lust auf einen Besuch gemacht haben, und einiges mehr. Wobei ernsthaft bahnbrechende News eher ausblieben. Das Wichtigste: Offenbar hat der Umstieg auf Online-Lehre recht gut geklappt, die E-Teaching Plattform ILIAS habe gut funktioniert und es gibt eine ganze Reihe von sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekten auch zum Thema Corona. Highlight der Corona-Zeit war ein sehr erfolgreicher digitaler E-Teaching Kurs, an dem die KUEI mehr als 1.000 Lehrkräfte im April für das kommende Tele-Teaching fit gemacht hats.

Wer sich auch im Gesamt-Alumninetzwerk eintragen möchte, kann über die Alumnitag-Website des 18. Juli gehen: https://40jahre.ku.de/index.php/event/alumnitag/

 


Konsens statt Kompromisse

01.11.2018

von Miriam Leunissen

Tablet mit Notizen

Nicht jeder Konflikt muss bearbeitet werden. Ist ein Konflikt jedoch so belastend oder schädlich, dass man aktiv werden möchte, um ihn zu lösen, dann gibt es einige Vorgehensweisen, die die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich erhöhen – oder wahlweise gegen Null tangieren lassen. Das wurde schnell klar am Seminartag „Konflikte erfolgreich lösen“, vor der Mitgliederversammlung 2018 des AEJ, Anfang September im Haus des Bayerischen Rundfunks, zentral in München.

Angeboten wurde der Workshop auf Initiative der Mitgliederversammlung des Jahres zuvor.  Dort war entschieden worden, zur Attraktivitätssteigerung der nächsten Mitgliederversammlung und um die Anreise lohnender zu machen, am selben Tag einen Workshop zu veranstalten. Dessen Thema sollte aus dem Soft Skill-Umfeld, und damit unabhängig vom konkreten Arbeitsgebiet für jeden Absolventen und jede Absolventin potentiell attraktiv sein. 11 weibliche und ein männliches Mitglied des AEJ nahmen dieses Angebot an und diskutierten mit dem professionellen Medien-Teamtrainer und Change-Management Experten Mario Graff über verschiedene Konflikttypen, Auslöser, sowie Lösungsstrategien typischer beruflicher wie auch persönlicher Konfliktherde.

Mario GraffFlucht, Kampf oder Unterordnung?

Sehr hilfreich, um auch bei erhitztem Gemüt oder gekränktem Selbst wieder den notwendigen rationalen Schritt zurücktreten zu können war es, zunächst von Graff demonstriert zu bekommen, dass sich fast jeder Konflikt auf acht zentrale Konfliktauslöser zurückführen lässt. Auch im Umgang mit Konflikten gebe es im Wesentlichen nur wenige klassische Muster: Flucht, Kampf, Unterordnung, Delegation, Kompromiss und Konsens. – Hier, so der studierte Pädagoge, Psychologe und Soziologe Graff, „Im Wesentlichen nach Ratsamkeit gestaffelt.“

An diesem Punkt brach eine kleine Revolte aus. Es fiel schwer, sich vom „Kompromiss“, als seit der Kindheit erlernter Königsdisziplin für den Umgang mit unterschiedlichen Interessen als Goldstandard zu verabschieden. Die Replik, „bei einem Kompromiss haben letztlich beide Parteien das Gefühl, etwas verloren zu haben, beim Konsens dagegen empfinden sich beide Parteien als Gewinner“, klärte die Situation. Konsequent leitete der Workshop dann auch über die Strategien zur Konfliktlösung und die Grundsätze des aktiven Zuhörens, sowie Warnungen vor den Menetekeln der Selbsterfüllenden Prophezeiung, zur Harvard-Methode zur Erzielung einer solchen konsensgetriebenen WIN-WIN-Situation über.

Beispiele aus dem Alltag

Diese wurde nachmittags in Kleingruppen an frei gewählten praktischen Beispielen aus dem Alltag der TeilnehmerInnen erprobt und diskutiert. Besonders deutlich zu Tage trat dabei neben der Wahl der richtigen –  z.B. der hierarchischen Situation angemessenen – Lösungsstrategie und des richtigen Zeitpunkts, erneut die große Bedeutung der Klarheit und Zugewandtheit für eine erfolgreiche Konfliktlösung; sowohl bezüglich der Erkenntnis des Problemgegenstands und der Lösungsoptionen, als auch bezüglich der Kommunikation im Konfliktlösungsprozess.

Die Feedbackrunde ergab durchweg positive Erlebnisse. Sehr zufrieden äußerten sich auch diejenigen TeilnehmerInnen, die primär wegen des Wiedersehens beim AEJ und weniger wegen des Themas teilgenommen hatten. Es gab ein klares Votum, in der folgenden Mitgliederversammlung ein Brainstorming zu weiteren SoftSkill-, aber auch übergreifende Medientrend-Themen für weitere Workshops vor den zukünftigen Mitgliederversammlungen zu machen.

 


Stimmen zum Workshop „Konflikte erfolgreich lösen“

15.10.2018
Zwei Teilnehmerinnen.

Spaß haben – und diskutieren.

Konflikte gibt’s überall, egal ob man als JournalistIn, PressesprecherIn oder KommunikationswissenschaftlerIn arbeitet. Das AEJ-Seminar zur Konfliktlösung kam bei den Teilnehmerinnen (und dem Teilnehmer!) gut an – genau wie das „Drumherum“. Einige Stimmen:

„Ich fand den Workshop super, nicht zu dicht getaktet, aber trotzdem viel Input auf praxisnahe Art und Weise – auch teilweise wirklich gute Diskussionen. Ich hab allein dadurch viel gelernt, was andere über ihren Alltag in den Redaktionen erleben. Mitgenommen hab ich vor allem, dass ich mir mehr Gedanken darüber machen sollte, was meine persönlichen Interessen sind, um die dann auch in Zukunft klarer formulieren zu können und mich selbst nicht mehr so oft zurückzunehmen.“

„Was ich zu Konfliktlösungen gelernt habe, lässt sich nicht nur für die Arbeitswelt anwenden, sondern auch in die Alltagswelt übertragen. Schön war auch, einige bekannte und ein paar neue Gesichter zu sehen.“

Dozent Mario Graff

Die Ausführungen von Dozent Mario Graff…

„Nach fünf Jahren war es dringend an der Zeit, wieder an einer AEJ-Versammlung teilzunehmen. (…) auch, um mal wieder den Blick auf das Jenseits meiner Job-Blase, die doch sehr speziell ist, zu werfen. Es war ein sehr angenehmer und netter Tag und der Workshop, der zugegeben für mich zunächst zweitrangig war, hat mich sehr bereichert.“

„Nach vielen Jahren Abtauchen in Beruf und Familie bin ich Ende September seit langem mal wieder dazu gestoßen und muss sagen: Einfach schön, alte Bekannte – auch nach Jahren – wiederzutreffen, sich über Berufliches und Privates auszutauschen oder auch neue, jüngere Gesichter kennenzulernen. Die Verbundenheit mit Eichstätt hat etwas Nostalgisches und ist etwas Besonderes. Gleichzeitig gibt sie wertvolle Inspiration für den (Berufs-)Alltag.“

zwei Teilnehmerinnen

…ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. (Fotos: E. Hopf)

 


20 Jahre AEJ – Unser Jubiläum in Eichstätt

24.06.2017

Foto: C. Klenk

Das Jahr 2017 ist ein besonderes für den Absolventen-Verein. Denn der AEJ ist mittlerweile 20 Jahre alt. Dieses Jahr hieß es deshalb: Back to the roots. Nach Get-Together-Veranstaltungen in München, Hamburg, Stuttgart und Berlin war für die Mitglieder diesmal wieder das Städtchen das Ziel, in dem sie – gerade erst oder vor längerer Zeit – ihr Handwerk gelernt haben: Zum Jubiläum war der AEJ zu Besuch in Eichstätt.

Die Teilnehmer starteten mit der jährlichen Mitgliederversammlung und einem gemütlichen Abendessen am Freitag ins Jubiläums-Wochenende (16. – 18. Juni). Volles Programm dann am Samstag: Podiumsdiskussionen mit Absolventen, eine Führung durchs neue Medienhaus der Journalistik, leckeres Essen und viele Gespräche mit alten und neuen Bekannten.

 

Die Panels:

 

Dieses Internet – Neue Herausforderungen im Journalismus.
Mit Nina Schellkopf, Sebastian Meinberg, Sophia Schirmer und Steffen Kühne.

 

Der harte Weg zum Scoop – Investigative Recherche.
Mit Frederik Obermaier und Ulrich Wolf.

 

Journalistik, und jetzt? Alternative Berufswege.
Mit Margit Auer, Miriam Leunissen, Christian Mihr und Steffen Doersam.

 

Journalistische Ausbildung unter der Lupe.
Mit Prof. Dr. Klaus Meier, Katharina Hamel und Lea Reinhard.

 

Abends brachte eine „Dämmerungsführung“ durch Eichstätt überraschende neue Erkenntnisse: So ist DER Hotspot der Stadt laut Stadtführer Frank Warmuth genau zwischen Aula-Bibliothek und Schutzengelkirche zu finden – leider nur, was die Temperatur angeht. Und der große Albrecht Dürer hätte es ohne Beziehungen nach Eichstätt womöglich nie zu Weltruhm gebracht: Ein finanzkräftiger Freund aus der Altmühlstadt hat dem Genie offenbar hier und da ausgeholfen. Übrigens: Seine beeindruckende Barock-Kulisse verdankt Eichstätt indirekt schwedischen Horden, die die Stadt im Dreißigjährigen Krieg auf grausame Weise verwüsteten. In einer konzertierten Wiederaufbau-Aktion entstand danach das verschnörkelte, pastellfarbene Städtchen.

Am späten Abend steuerten die Feierlichkeiten auf den standesgemäßen Höhepunkt zu: die Party im Gutmann, wo DJ Keylift für die musikalische Untermalung sorgte. Wie es sich gehört, schwangen Absolventen und Studenten das Tanzbein, bis der Morgen graute. Und für das leibliche Wohl war in Downtown Eichstätt auch um drei Uhr morgens gesorgt – es gibt dann nämlich noch Pizza zu kaufen. Wer sagt’s denn: Die Stadt die niemals schläft!


  1. Seiten:
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9. 8
  10. 9